Pro Freilassing: Unsere Stadt hat mehr verdient!

Über die zukünftige Gesundheitsversorgung sowie über bevorstehende Bauprojekte diskutierten in großer Runde die Mitglieder von Pro Freilassing bei der jüngst stattgefundenen Ortsversammlung im Restaurant Kaminzimmer. Als Oberzentrum wird sich Freilassing in den kommenden Jahren zur einwohnerstärksten Stadt im Landkreis entwickeln. Eine gut funktionierende Notversorgung am größten Bildungs- und Wirtschaftsstandort ist nach Auffassung von Pro Freilassing daher unumgänglich. Nachdem sich kürzlich der Kreistag im Berchtesgadener Land mit klarer Mehrheit für das vom Vorstand vorgeschlagene medizinische Konzept der Kliniken Südostbayern (KSOB) aussprach, ist in Freilassing nur ein Gesundheitscampus für die ambulante und tagesklinische Versorgung vorgesehen. Das heißt, zukünftig müssen die Blaulichter in Freilassing vorbeifahren.

Laut Dr. Uwe Gretscher, Vorstandsvorsitzender der KSOB im Berchtesgadener Land, ist lediglich für die Zentralklinik in Bad Reichenhall eine Notfallversorgung geplant. Doch Freilassing hat sich hier als Oberzentrum mehr verdient, da ist sich die Wählergruppe einig. Allerdings sollten wegen der klaren Absage des Standorts für ein Zentralklinikum grundsätzlich Überlegungen angestrengt werden, die medizinische Grundversorgung der Bürger im nördlichen Landkreis zu sichern. Vor allem, weil auch die geplante Bebauung des „Matulusgarten“ aktuell wieder konkreter wird. Wie von den Investoren des Projekts „Matulusgarten“ bereits im März öffentlich bekannt gegeben, wurden auch mit der Fraktion von Pro Freilassing Gespräche geführt.

Die Wählergruppe erkennt das Bemühen und das planerische Engagement für eine nachhaltige Quartierslösung durch die Vorhabensträger an, hält aber die geplante Bebauung in diesem sensiblen Bereich für zu massiv. Ebenso kritisch steht man dem Erhalt des Baumbestandes gegenüber, denn auf Grund der tiefen Gründungen für das zweite Kellergeschoss befürchtet die Wählergruppe, dass dies Auswirkungen auf den Grundwasserspiegel haben könnte, und eine Absenkung nicht ausgeschlossen ist.

Hierzu wurde als Fachmann vom Bund Naturschutz der Ortsvorsitzende Erich Prechtl eingeladen, welcher ausführlich den aktuellen Sachverhalt erläuterte: Der Baumbestand an der Matulusstraße hat eine wichtige Klimaschutzfunkton in Freilassing. Im Stadtgebiet wurden in den letzten Jahren leichtfertig zu viele alte Bäume umgeschlagen. In Zeiten einer bevorstehenden Klimakrise müssen Baumbestände, wie im „Matulusgarten“ unbedingt erhalten werden. Sie bilden das Grundgerüst für eine Grüne Infrastruktur, die für eine lebenswerte Stadt unbedingt notwendig ist. Ebenso bieten alte Bäume wichtige Lebensräume für Tiere, die in der freien Landschaft schon lange verloren gegangen sind, berichtet Prechtl und zählte dazu einige Fledermaus- und Tierarten auf. 19 von insgesamt 24 heimischen Fledermausarten finden hier ein einzigartiges zu Hause.

Auch dem vorliegenden Verkehrsgutachten, welches keine Beeinträchtigungen im Umfeld diagnostiziert, stehen die Mitglieder von Pro Freilassing skeptisch gegenüber. Aber wie soll es auf dem Areal weitergehen?

Nach dem Bestreben von Pro Freilassing sollte die bestehende Fläche zum Ausbau eines Gesundheitszentrums sowie Ersatzbauten für die abbruchfälligen Schwesternwohnheime zur Wohnraumbebauung von Ärzten und Pflegefachkräften zur Verfügung stehen. Dies würde auch der aktuellen Widmung als gemeinnütziges Sondergebiet dem Flächennutzungsplan entsprechen.

1. Vorsitzende Andrea Lausecker stellt sich generell die Frage, warum die Stadt Freilassing hier ein derart kompliziertes Bauleitplanverfahren durchführt, wo doch zu erwarten ist, dass am Ende die Rechtsgültigkeit vor Gericht entschieden werden wird und andererseits viele weitere Flächen für Wohnbebauung leichter zu beplanen sind und die gleichzeitig den Zielen des längst beschlossenen ISEK entsprechen. Stadtrat Bernhard Schmähl schlussfolgerte, wenn man alle vorher aufgeführten Sachverhalte zusammenzählt, wäre die logische Konsequenz ein Ende des Verfahrens herbeizuführen, dass aber nur durch eine Mehrheitsentscheidung im Stadtrat möglich ist.

Im Moment müssen viele Projekte, wie die Erweiterung der Grund- und Mittelschule, die Erneuerung der Fußgängerzone, der Ausbau des Lindenplatzes, die Entwicklung des Bahnhofareals sowie des Freilassinger Feldes und des Standortes der Berufsschule BGL vorangetrieben werden. Dies fordert eine enorme Leistungsfähigkeit der Vertreter und Verwaltung der Stadt. Pro Freilassing sieht diesen Einsatz außerordentlich gewinnbringend für den Mehrwert der Stadt und daher werden die Stadträte von Pro Freilassing Bürgermeister Markus Hiebl bei der Umsetzung bestmöglich unterstützen.

 Runter vom Gas bei der Mädchenrealschule

Pro Freilassing sieht sich für langen Einsatz in der Sache belohnt – immerhin wurde der Antrag für eine Tempo 30-Zone im Umgriff der Mädchenrealschule von der Wählergruppe in Zusammenarbeit mit dem damaligen Schulleiter bereits im Mai 2020 im Stadtrat gestellt.

Die rege Bautätigkeit und der damit stark zunehmende Verkehr in der Laufener Straße führte immer wieder zu Behinderungen und gefährlichen Situationen. Die Sicherheit der Kinder im Bereich der Schule sowie der Kindertagesstätte war nicht mehr gewährleistet. 

Darüber hinaus wurde auch ein Verkehrskonzept für die Laufener Straße gefordert. Durch den bevorstehenden Ausbau der Nord-Süd-Achse nimmt diese eine zentrale Rolle in der Verkehrsplanung ein. Bereits Anfang 2021 wurde die Planung einer Ampelanlage in der Laufener Straße an der Kreuzung Matulusstraße von der Stadt beauftragt sowie ein beidseitiges Parkverbot im Bereich Real-/Fachoberschule festgelegt.

 

Pro Freilassing hofft, dass auch diese Maßnahmen kurzfristig umgesetzt werden.

Tempo 30 in der Bahnhofstraße

Pro Freilassing freut sich über Bewegung in Sachen „sicherer Schulweg“ in der Bahnhofstraße.

In einem Antrag forderte die Wählergruppe einen Zebrastreifen sowie eine Tempo 30 Zone im Bahnhofsbereich. Impuls für diesen Antrag war die Bitte einer 8. Klasse der Realschule im Rupertiwinkel für mehr Verkehrssicherheit.

Aufgrund des dringenden Handlungsbedarfs wurde daher eine 30er-Beschränkung einstimmig vom Bauausschuss beschlossen. 

Leider soll es aber vorerst (noch) keinen Zebrastreifen geben.

Obwohl von allen beteiligten Stellen befürwortet, ist er bis zur konkreten Planung des bevorstehenden barrierefreien Bahnhofsumbau aufgeschoben, um nicht unnötige Kosten zu verursachen, die man innerhalb der Gesamtplanung einsparen könnte.

Trotzdem hofft Pro Freilassing auf eine zeitnahe Umsetzung.

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