Pro Freilassing sorgt sich um Freiraum

Die weitere bauliche Entwicklung Freilassings ist zentrales Thema von Pro Freilassing.

Wir pochen darauf, dass das ISEK, das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept, angewendet wird, wann immer über Projekte entschieden wird.

Fraktionssprecher und Stadtrat Robert Judl äußerte sich zum ISEK: „Es ist wichtig, dass wir uns bei der Entwicklung von Wohnbauflächen an die Vorgaben aus dem ISEK halten“. Anmerkung: die Fläche„Matulusgarten“ ist in diesem Konzept nicht enthalten. 

Im ISEK wurden klar Entwicklungspotentiale für die kommenden 25-30 Jahre aufgezeigt. Das heiß taber nicht, dass wir diese gleich in den kommenden 10 Jahre ausschöpfen sollten.

Zum anderen sollte man in der Stadt Freilassing zunächst die Innenentwicklung forcieren. Diese werde oft mit dem Begriff Innenverdichtung bzw. Nachverdichtung gleichgesetzt – was Pro Freilassing entschieden andres sieht. Es gelteQuartier für Quartier ausgeglichen zu entwickeln. „Ohne Freiraumplanung und Konzept mit Vorgabe der baulichen Entwicklung, des Wohnungsmixes und des Anteils an förderbarem Wohnraum und Flächen für Infrastruktur kann es keine Wohnraumplanung geben“. Abgesehen von derRücksichtnahme auf vorhandene Baustrukturen könne das Ziel nicht „dichter, höher und immer mehr auf wenig Platz“ lauten, nur um den steigenden Grundstückspreisen zu entgegnen und so die Grundanteile bei der Wohnfläche zu reduzieren. „Diese Preisspirale muss gebrochen oder zumindest zum Stagnieren gebracht werden.“

So sollte man sich in Freilassing darauf verständigen, im Innenstadtbereich die höchsten Gebäude mit 5 Vollgeschossen und in den Wohngebieten mit 3 Vollgeschossen zu begrenzenund gleichzeitig auch die Stellplatzsatzung überdenken.

Man könnte sich hierzu eine Ortssatzung verordnen, in welcher man die Abstandsflächen selbst regelt, nach dem Beispiel der Stadt Bad Reichenhall. In Sachen Stellplatzsatzung könnten auch Fahrradstellplätze verpflichtend hineingenommen und ggf. sogar die Kompensation für PKW-Stellplätze vorgesehen werden.

Laut Sozialraumanalyse wird für Freilassing eine Notwendigkeit von 200 – 250 neuen Wohnungen pro Jahr prognostiziert. Andrea Lausecker stellt sich aber hierzu die Frage, was das für mögliche Auswirkungen auf Umwelt und Lebensqualität haben wird.

Bei einer baulichen Nachverdichtung zulasten unserer grünen Infrastruktur (Parks, Waldflächen etc.) bestehe das Risiko, dass gesundheitliche und soziale Belastungen für die Bewohnerinnen und Bewohner zunehmen. Ohne die Berücksichtigung lokaler klimatischer Bedingungen (Windverhältnisse, Sonneneinstrahlung etc.) kann das Verbauen von Luftschneisen in der Innenstadt den Luftaustausch vermindern und so das Risiko der Ausbildung sogenannter "Hitzeinseln" steigern.

Ebenso ein Thema ist der Verlust von Freiräumen, wie aktuell beim Spielplatz im Industriegebiet.
Gleichzeitig steigt durch die Bevölkerungszunahme aber der Nutzungsdruck auf die verbleibenden Flächen, beispielsweise durch immer mehr Erholungssuchende. 

Es muss Flächensparender gebaut werden. Bei untergenutzten Grundstücken bietet die Aufstockung von Bestandsgebäuden eine Möglichkeit, neuen Wohnraum zu schaffen, ohne mehr Fläche in Anspruch zu nehmen. In der Realität wird leider dieses Potenzial zu wenig realisiert, so Andrea Lausecker.

Stadtrat Bernhard Schmähl äußert sich über die Sozialraumanalyse, die von Dr. Tekles im Rahmen einer Klausurtagung des Stadtrates noch einmal sehr detailliert dargestellt wurde.

Quintessenz war für Schmähl, die noch einmal durch detaillierte Statistiken untermauerte Aussage, dass in Freilassing ein deutlicher Überhang an kleinen Wohnungen von bis zu dreiZimmern herrscht, dagegen alles von vier Zimmer aufwärts viel zu wenig vorhanden ist. Das heiße im Klartext, dass Familien mit mehr als einem Kind schwer geeigneten Wohnraum in Freilassing finden könnten und das hätte wiederum großen Einfluss auf die Alters- und Sozialstruktur in unserer Heimatstadt.


Hausaufgabe für den Stadtrat und die Verwaltung sei es von vagen Aussagen und Beteuerungen zu echten Aktionen und neuen Prämissen überzugehen. Es müssten künftig alle zur Verfügung stehenden Werkzeuge genutzt werden auch bei Investoren und Bauträgern den Freilassinger Bedürfnissen Rechnung zu tragen.

Pro Freilassing künftig Verein

Ab Juli 2021 stellt sich Pro Freilassing auf neue rechtliche Füße

Der Schritt hin zu einem Verein wurde bereits nach der letzten Kommunalwahl 2020 diskutiert, 

da die Wählergruppe deutlich an Profil und Mitglieder gewonnen hat.

Pro Freilassing habe jetzt mit der Vereinsgründung einen Sprung vollzogen, der lange geplant gewesen sei. 

 

Wir wollen eine dauerhafte Alternative zu den etablierten Parteien sein. Langfristiges Ziel sei, junge Menschen für die Kommunalpolitik zu begeistern und die Vereinsform biete dazu den richtigen Rahmen.

Der Vorstand wurde in der Gründerversammlung einstimmig bestätigt.

Ausbau der Nord-Süd-Achse

Radfahrschutzstreifen Reichenhaller Straße

Der Ausbau der Reichenhaller Straße ist auf Grund des schlechten Zustandes dringend notwendig. Um staatliche Zuwendungen in Höhe von 1,7 Mio Euro für die Stadt Freilassing zu sichern, muss der Ausbau so schnell wie möglich auf den Weg gebracht werden. Den Vorschlag der Verwaltung, diese Hauptverkehrsstraße zukunftsfähig und sicher für alle Verkehrsteilnehmer möglichst gleichberechtigt auszubauen, also mit Fahrradschutzstreifen, haben wir immer vehement unterstützt.

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In einer Zeit der sich wandelnden Mobilität, mehr Fahrräder und weniger Autos, ist es aus unserer Sicht alternativlos bei künftigen Aus- und Umbauten von Verkehrsräumen dem nicht zu entsprechen. Ein weiter so wie bisher, ohne Rücksicht auf alle Verkehrsteilnehmer und auch ohne Rücksicht auf den Umweltschutz ist für uns keine Grundlage für eine zukunftsfähige Stadtgestaltung.

Nachdem nun für keine Ausbauvariante eine Mehrheit im Stadtrat möglich war, ist es faktisch so, dass die Verwaltung ohne Beschluss handlungsunfähig in dieser Sache ist. Aus unserer Sicht ist das Abstimmungsverhalten von CSU, AfD und FWG, abgesehen von Herrn Eder, reine Verhinderungstaktik und steht für rückwärtsgewandte Politik. Um die Kuh vom Eis zu bringen wird es wohl unumgänglich sein, dass die in Ihrer jeweiligen Meinung verhärteten Fraktionen, d. h. auf der einen Seite Grüne, SPD und Pro Freilassing mit Bürgermeister Hiebl und auf der anderen Seite CSU, FWG und AfD einen „Deal“ zum Kompromiss machen müssen, bei dem beiden Haltungen entsprochen wird. Dies klingt nach der Quadratur des Kreises. ABER - Ein Beschluss zum Ausbau muss dringend her!!!

Der Vorschlag wird daher in die Richtung gehen, dass ein Ausbau zunächst ohne Fahrradschutzstreifen gemacht wird. Der Stadtrat beschließt die Beauftragung eines Parkraumkonzeptes für die Innenstadt. Nach dessen Erarbeitung sind die Fahrradschutzstreifen entsprechend nachzuführen bzw. zur Ausführung freizugeben. Eine zweite Möglichkeit wäre, die Fahrradschutzstreifen mittels Klebestreifen als temporäre Einrichtung zu installieren. Dafür würde die Stadt ebenfalls Förderung erhalten. Und wenn es nicht funktionieren sollte, kann man diese z. B. nach zwei Jahren wieder leicht entfernen.

Dies würde einen Kompromiss für alle Fraktionen bedeuten und größerer Schaden wäre von der Stadt abgewendet.

Eines bleibt jedoch: Die Angst, dass bei weiteren zukunftsweisenden Projekten der Stadtentwicklung CSU, FWG und AfD weiter als die Verhinderer auftreten. Aus unserer Sicht nicht zum Wohl der Stadt sondern aus persönlichen Befindlichkeiten.

 

Wir wünschen uns für die Diskussionen im Stadtrat künftig mehr Ratio und Konstruktivität.

Pro Freilassing trauert um Stefan Döring

Mit Stefan Döring ist ein unermüdlicher und hochengagierter Unterstützer von Pro Freilassing am Ostersonntag, einen Tag nach seinem 54. Geburtstag, völlig unerwartet von uns gegangen.

Stefan Döring hat mit seinem Engagement im Wahlkampf dazu beigetragen, dass Pro Freilassing im Stadtrat wieder vertreten ist und die Kandidatur unseres Bürgermeisters Markus Hiebl unterstützt. Er selbst hatte sich ebenfalls zur Wahl gestellt.

Seine Belesenheit und sein umfangreiches Allgemeinwissen waren Grundlage für lebhafte und tiefsinnige Diskussionen rund um aktuelle Themen der Kommunalpolitik und zu kontroversen Gesellschaftsfragen. Stefan hatte die Gabe konträren Meinungsaustausch immer mit Respekt und Verständnis für sein Gegenüber zu führen.

Neben seinem politischen Interesse war er sozial für die „Tafel“ engagiert und hatte so versucht Menschen zu helfen, die in unserer Gesellschaft viele Nachteile erleiden müssen. Es war ihm stets ein großes Anliegen, dass jeder Einzelne von uns mit einem kleinen Stück dazu beitragen kann, die Welt durch unser Tun und Wirken ein Stück weit besser zu machen. Dafür sind wir ihm für immer dankbar.

Wir werden ihn sehr vermissen und das Gedenken an ihn für die Zukunft ehrenvoll

erhalten.

 

Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie.